Das Verhalten

Im Vergleich mit zahlreichen anderen Echsen haben Bartagame ein großes und interessantes Verhaltensrepertoire. Terrarienbesitzer werden diese jedoch nur dann vollständig kennenlernen, wenn sie die Tiere unter sehr guten Bedingungen halten.
Sehr gute Bedingungen für Bartagamen sind:
• Ausreichend Platz
• Perfekt gestaltete Lichtquellen
• Ein den natürlichen Verhältnissen nahekommendes Klima
• Abwechslungsreiches Futter (denken Sie auch an Lebendfutter, Heimchen usw.)
• Die Tierhaltung in einer Gruppe von mehreren Bartagamen (Tipp: männlich und weiblich gemischt)
Einen professionellen und den Bartagamen gerecht werdenden Terrarienbau kannst du auf der entsprechenden Seite in einer speziellen Selbstbau – Anleitung finden. Bartagamen sind visuell orientierte Wesen. Dies lässt sich durch eine Vielzahl ihrer Verhaltensweisen belegen. Sie haben die Gabe, Artgenossen, Beute und Feinde über sehr große Entfernungen ausfindig zu machen. Achtsame Bartagamen erkennst du an der Körperhaltung. Der nach oben gebogene Schwanz, bei dem die Spitze in die Luft ragt, ist ein eindeutiges Indiz für seine Aufmerksamkeit. Der Kopf wird dabei ebenfalls fest angehoben und du erkennst das Signal: Ich bin jetzt gerade aktiv und auf der Hut. Bartagamen kontrollieren regelmäßig mit ihrer fleischigen Zunge ihre gesamte Umgebung. Neugierig werden vorrangig neue Gegenstände, fremdartiges Futter und auch die anderen Artgenossen eifrig beleckt. Tipp: Gestallte auch dein Terrarium nach diesen Verhaltensweisen, deine Bartagamen werden es dir danken!
Verhaltensweisen bei der Kommunikation
Bartagamen lassen außer einem ganz seltenen Fauchen keinerlei Geräusche hören. Das Gesicht ist unbeweglich dadurch wird die Mimik unterbleiben. Die Verständigung untereinander funktioniert über die den Tieren eigene Körpersprache. Es ist gut, wenn du als Pfleger auch ein bisschen davon interpretieren kannst. Hierzu gehören das Kopfnicken, das Winken mit dem Arm, das Anheben des Schwanzes, das Maulaufreißen und vieles mehr. Diese Körpersprache der Bartagamen ist untereinander wesentlich.
Die soziale Hierarchie im Verhalten der Bartagame
Rasch nach dem Einsetzen der Tiere in das Terrarium etabliert sich eine soziale Hierarchie in der Gruppe. Auch bei mehreren jungen Bartagamen im neuen Zuhause zeichnet sich das Sozialverhalten nach wenigen Tagen ab. Du wirst ganz schnell sehen, ob der eine oder andere Bartagame dominant oder eher zurückhaltend ist. Manche sind devot und manche mehr oder weniger agressiv. Dies wird ganz besonders deutlich bei der Futteraufnahme. Ganz klar sind hierbei die dominanten Artgenossen auch die gierigeren Fresser. Es ist nicht so einfach zuzusehen, wie sie die den schwächeren das Futter wegschnappen. Wir mussten uns auch immer zurückhalten, wenn die nicht so Dominanten durch Drohgebärden eingeschüchtert wurden. Dies sind natürliche Vorgänge und sie haben zur Folge dass auch ein Größenunterschied zwischen beiden Gruppen zu beobachten sein wird.
Im Terrarium behaupten sich die dominanten Tiere permanent. Hierdurch erhalten sie auch das Recht, sich größere Privilegien herausnehmen zu können. Das wäre zum Beispiel der begehrte Sonnenplatz. Sie sind ganz klar auch der Erste beim Trinken und Fressen und beim Baden. Das im Rang höchst stehende Reptil besetzt den besten also den höchsten Aussichtsplatz im Terrarium. Hierdurch wird seine hierarchische Macht gefestigt, denn hier hat es die Kontrolle über das ganze Terrarium. Das Kopfnicken, als eine der häufigsten Verhaltensweisen es ist ein Ausdruck der Dominanz. Ganz besonders in der Paarungszeit ist dieses Verhalten noch gesteigert durch ein Aufstampfen mit den Vorderfüßen des Männchens. Zusätzlich unterstützt es diese Gebärden noch durch das schwarze Einfärben der Kehle und der Schwanzspitze. Bleibt eine entsprechende Reaktion des Empfängers dieser Botschaften aus, kann es sein, dass größere und auch kleinere Artgenossen angegriffen und letztendlich auch gebissen werden.
In der natürlichen Umgebung hätten die unterlegenen Bartagamen Gelegenheit, sich aus dem Machtbereich des dominanten Tieres zu entfernen. Wenn dies im Terrarium so extrem festgestellt wird hat der Pfleger die Pflicht, die Tiere zu trennen. Es ist Fingerspitzengefühl notwendig zu erkennen, wann es notwendig wird Maßnehmen zu ergreifen, um Verletzungen oder gar Verluste zu vermeiden.
Nimmt man das Alphatier aus dem Terrarium sollte man allerdings wissen, das innerhalb kürzester Zeit das bisher im zweiten Rang stehende Tier übernimmt jetzt die Dominanzfunktion. Auf diese Weise hast du also bald das gleiche Problem wieder. Unterdrückten Tieren mangelt es nicht nur am Futter sie laufen zudem Gefahr, durch die Dominanten die Zehen oder die Schwanzspitze zu verlieren. Bartagamen können diese Körperteile mit Leichtigkeit abbeißen, wenn sie aggressiv sind. Bei beachtlichen Unterschieden in der Größe wurde auch schon ein Kannibalismus unter Artgenossen beobachtet. Unter Bartagamen in der Wildnis sind die ersten Lebensmonate ein erbarmungsloser Wettlauf ums Überleben. Sie kämpfen um möglichst viel Futter und ein rasches Wachstum.
Verhaltensweisen der Bartagamen beim Drohverhalten
Bartagamen verändern nicht nur ihre Gestalt, sondern haben auch die Gabe ihre Färbung auffällig anzupassen. Die Stacheln ihres „Bartes“ werden von hell-gelb bis nach blau-schwarz umgefärbt, je nach Stimmung. Das Drohverhalten gebärden die Tiere durch das Namensgebende Aufstellen ihres “Bartes”. Im Fachjargon: das radiäre Spreizen der Kehlhaut mit Aufrichten der Stachelschuppen. Dieses Drohverhalten ist normalerweise bei den adulten Bartagamen Männchen entwickelt. Wenn sie das Maul aufreißen bewirkt die gelbliche Mundschleimhaut einen interessanten Kontrast zur dunklen Schuppenfärbung. Bei dieser Aktion wird nicht nur die mit Stachelschuppen besetzte Kehlhaut des Tieres, sondern ebenso die stachelige Mundwinkel Region mit Unterstützung des Zungenbeines ganz extrem gespreizt. Durch diese starke Spreizung ist die schwarze Schuppenzwischenhaut ausnehmend gut zu sehen.
In der Terrarienhaltung passen sich die adulten Reptilien rasch dem Pfleger an und zeigen nur in Ausnahmesitutaionen noch das Drohverhalten. Wenn sich ein Bartagame allerdings erschreckt, fühlt er sich provoziert und zeigt vermutlich diese Drohgebärde. Auch wenn er sich bedroht fühlt, durch das plötzliche Auftauchen eines anderen Haustiers könnten Ihre Bartagamen den aufgestellten Bart und das aufgerissene Maul zeigen. Die beiden großen, Pogona barbata und Pogona votticeps zeigen das komplette Angebot ihres Imponiergehabes regelmäßig wenn sie sich bedroht fühlen. Das Aufrichten des „Bartes“ und das kräftige Maul mit den gefärbten Schleimhäuten sieht schon sehr imposamt aus. Der „Minidrache“ faucht zusätzlich mit drohend geöffnetem Maul. Auch der Rumpf wird in eine ganz abgeflachte und schräg gestellte Drohhaltung gebracht. Zusätzlich zu diesem Szenario werden die Stachelschuppen dargeboten und heftig mit dem Schwanz geschlagen. Recht selten wird der vermeintliche Feind auch angesprungen und gebissen.
Balz- und Territorialverhalten der Bartagamen
Erreichen Ihre Tiere die Geschlechtsreife, kommen alle Balzverhaltensweisen zum Tragen. Zur Fortpflanzung zählen sowohl das Balzen wie auch die üblichen Territorial Rituale. Das Alphamännchen überwacht sein Terrarium. Es duldet gerade in dieser Zeit keine konkurrierenden männlichen Bartagamen. Alle weiblichen Mitbewohner werden nicht nur toleriert sondern in der Paarungszeit ebenfalls angebalzt. Die Begegnung zweier geschlechtsreifer adulter Männchen endet in der Regel immer im ritualisierten Territorialverhalten.
In der Regel wird eines der männlichen Bartagamen gewillt sein, die Flucht anzutreten oder zumindestens durch Beschwichtigungsgebärden, z.B. das Ärmchen zu drehen. Sollte dies nicht der Fall sein, beginnt ein Ritual. Beide Tiere färben sich in der Kehlregion dunkelschwarz und spreizen die Kehlhaut. Während dessen beginnt ein starkes Kopfnicken. Mitunter bewegt sich hierbei auch der Vorderkörper heftig. Durch ein leichtes Strecken und Beugen der Vorderbeine wirkt dieses Gebaren wie „Liegestütz Bewegungen“. Beide Tierkörper sind jetzt abgeflacht und sie stellen sich seitwärts einander zugewandt auf. Dies dient dazu dem Gegner möglichst groß und mächtig zu imponieren. In dieser Haltung umkreisen sich die aufgeregten Kontrahenten. Sie bleiben ausgerichtet während dessen mit der Rumpfseite zueinander ausgerichtet. Sie probieren ununterbrochen, den Rivalen zu beeindrucken, indem sie ihn in die Stachelschuppen an Hals und Rumpf beißen. In dieser Region sind Bartagamen vor Verletzungen allerdings hervorragend geschützt. Hat eines der Tiere einen festen Haltebiss untergebracht versucht es meist, seinen ganzen Körper durch ruckartige Vorwärtsbewegungen über den Rivalen zu bugsieren. Das unterlegene Männchen bleibt, um dem anderen die Unterwerfung zu bestätigen, ganz ruhig liegen. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass es sich freischlängelt und wegläuft. Das sieht meist spektakulär aus, denn es schleift das festgebissene oben liegende Tier noch ein Stück mit bei der Flucht. Wirklich starke Beschädigungen bei diesen Kämpfen sind bei Bartagamen äußerst selten. Wichtig ist hierbei jedoch, das ein unterlegenes Männchen sich aus dem Dominanzbereich des anderen entfernen kann.
Die ritualisierten Kraftproben in solch einem Kampf sind wichtig für die stärksten Männchen, denn nur dadurch erhalten sie in der Natur ihr Territorium aufrecht. Sie wissen instinktiv, dass sie nur dadurch einen Zugang zu den beeinflussbaren Weibchen haben. Das beschriebene Abdunkeln der Kehlregion, die Schulterflecken usw. wird erfahrungsgemäß beim Alpha Männchen beobachtet.
Das Balzverhalten des Männchens wird durch Kopfnicken in Richtung der Weibchen ausgedrückt. Vielfach wird das Weibchen weiteres Paarungswerben des Männchens provozieren. Dies geschieht indem die Barthagamendame passiv und ruhig einfach unbeeindruckt sitzen bleibt oder bestenfalls den Schwanz einmal leicht anhebt. Vor der Paarung setzt das Männchen einen Paarungsbiss im Nacken oder im seitlichen Halsbereich seiner Herzensdame an.
Die demütigen Verhaltensweisen von Bartagamen
Die weiblichen und die unterlegenen männlichen Bartagamen handhaben in bestimmten Situationen die dazu passenden Verhaltensweisen. Das entsprechende Verhalten dient dazu, die dominanten Tiere wieder zu beruhigen. Bekannte und klassische Demutsgesten sind zum Beispiel das bedächtige Nicken mit dem Kopf. Weitere beschwichtigende Gesten sind die Bewegung des Oberkörpers, die aussieht wie eine Verbeugung und das Drehen und Winken mit den Vorderbeinchen. Der Arm wird bei dieser Geste im Schultergelenk entlang der gesamten Körperachse gedreht.
Die Thermo Regulation der Bartagamen
Sämtliche Reptilien, also auch die Bartagamen sind poikilotherm, das bedeutet sie sind wechselwarm. Die Sonne ist wichtig für Bartagamen, schließlich stammen sie aus dem Sonnenkontinent Australien. Die Sonneneinstrahlung ist also einer der ausschlaggebenden Faktoren im Tagesablauf und Jahresrythmus der Tiere. Zum Wohlfühlen und den Stoffwechsel benötigen sie zwingend festgelegte Temperaturen und auch Helligkeitswerte im Terrarium. Bartagamen lebten in ihrer Heimat vor allem in Trockengebieten. Durch die Wüstenhitze haben sie gute Taktiken entwickelt, um mit wenig Wasser auszukommen. Durch die hohe Sonnenintensität ihres natürlichen Lebensraums und den Luft Temperaturen von fühlbar über 40° C und die enorm hohen Oberflächen Temperaturen, die in der Wüste bis zu 70° C erreichen mussten sie sparen um dem Hitzetod zu entgehen. Dermaßen hohe Temperaturen im Terrarium wären für die Bartagamen innerhalb kurzer Zeit tödlich. Schaffen Sie in jedem Fall geeignete Thermoregulatoren an. Bartagamen haben zwar die Möglichkeit, ihre Körpertemperatur in einem eigenen physiologischen Bereich zu halten. Das brauchten sie auch um in einem lebensfeindlich anmutenden Wüstengebiet zu überleben. Trotzdem sollte der Pfleger für ein angenehmes Klima im Terrarium sorgen.
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Ich habe eine bartargame,die bzw er ist schon fast 7jahre, er ist im winter sehr träge,im frühjahr kratzt er std. lang an der scheibe!!!dann müssen wir ihn raus hollen und dann will er über den teppichboden laufen!!!!
Dann will er garnicht mehr zurück,ins terarium aber ich mache es weil seine körperfarbe sich verändert er wird dunkel!!! Jackson so heist er, will aber sofort wieder raus,er kommt dann zu mir oder meiner tochter auf den arm /bauch nur wenn er wieder rein soll wird er wieder wild!Und kratzt wieder std.lang an der scheibe,bis einer von uns ihn wieder rausholt.
2 fragen habe ich
1. wie alt werden sie überhaupt??? habe schon unterschiedliche antworten bekommen!
2. Warum will er immer nur bei uns menschen im frühjahr sommer sein????
ps: er mag keine weibchen hatte es mal versucht gab nur stress!!!!
HILFE!!!!!!!!!!!!!!!
also ich weiß auch nich alles aber ich will dir mal helfen also das alter ich habe gelesen 15-20 jahre ich habe aber auch schon eine bartagame gesehen die 24 jahre alt ist also ich würde mal so auf 15-20 jahre tippen Und zu der2. frage ich weiß auch nich vieleicht hat er hunger oder er möchte einfach nur raus frage wie groß ist dein Terrarium und wie groß ist deine Bartagame
Sorry wenn ich berichtgen muss, aber Bartagamen sind in der Natur, jedenfalls wo ich sie in Australien beobachten konnte, absolute Einzelgänger. Nur zur Paarung kommen M und W zusammen. Meine Meinung ist auch, dass man Bartis so naturgetreu wie nur möglich halten sollte.
Tut mir Leid, aber es war mir ein Bedürfnis, denn ich habe Bartis in der Natur beobachtet und nie, eine Horde Bartagamen gesehen. Aber vielleicht hat sich die Zeit ja geändert. Was allerdings nur beim Menschen möglich wäre, da er hein Instinkt besitzt. Wie schade aber auch.
Mit freundlichen Gruß, baty