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Die Ernährung

Ernaehrung von BartagamenBartagame fressen Alles, stimmt das?

Ja das stimmt, denn Bartagamen ernähren sich in der freien Natur genauso wie in Terrarien je zur Hälfte mit pflanzlicher Kost und mit lebender Beute. Sie sind keine fleißigen Stöberer, sondern nehmen alles, was sie rasch überwältigen können. Bartagamen sind also auch von Natur aus eher ein wenig faule Ansitzjäger. Auch in der Natur sind Bartagamen also Allesfresser und nehmen auch vom Pfleger alles, was sie von ihrer eigenen Größe gesehen bewältigen. Wenn du deinem Bartagamen Lebendfutter gibst, dann wirst du beobachten können, dass sie ihre Beute rasch erspähen. Meist sitzen sie auf einem Aussichtsposten und stürzen sich dann auf das Beuteinsekt, wenn dieses in guter Reichweite ist. Bartagame zählen zu den omnivoren Reptilien, denn sie fressen gerne tierische und auch pflanzliche Nahrung. Es versteht sich von selbst, dass es die Pflicht jedes Pflegers ist, die Bartagamen vernünftig und artengemäß zu ernähren.

Füttere deinen Bartagamen jeden Tag mit frischer pflanzliche oder tierischer Kost

Die Nahrung der Jungtiere ist ganz klar von der Ernährung adulter Bartagamen zu unterscheiden. Grundsätzlich fressen die jungen Bartagamen hauptsächlich tierische Nahrung. Deshalb sollte man zur Gewährleistung der Vitaminzufuhr zum Wachstum immer pflanzliche Kost anbieten. Es ist mühsam, denn häufig rühren die Jungtiere die pflanzliche Nahrung nicht an. In diesen Versuchen muss man einfach geduldig bleiben es lohnt sich manchmal doch, es immer wieder zu probieren. Sie lassen sich gerne auf das Spiel ein, wenn man mit der Hand oder auch mit der Zange ein bisschen Bewegung einbringt. Bei den adulten Bartagamen kann und soll der pflanzliche Ernährungsanteil gegenüber dem tierischen Futter deutlich überwiegen. Der Speiseplan ausgewachsener Bartagamen kann zu etwa 70% aus pflanzlicher Ernährung bestehen. Lebendes Futter, z. B. Heimchen, Grillen oder Heuschrecken sollten nur 2 – 4 mal in der Woche auf dem Futterplan stehen. Die Anzahl der Lebendfuttertage kannst du von Woche zu Woche individuell gestalten. Einmal in der Woche sollten die Wüstentiere einen Fasten Tag einlegen. An diesem Tag gibt es für die Mitbewohner weder pflanzliche noch tierische Nahrung. Die Diättage sind zudem gut geeignet auch Jungtiere an die pflanzliche Kost heranzuführen. Meist nehmen sie dies auch an, wenn sie keine anderen Angebote bekommen. So kann die pflanzliche Nahrung langsam eingewöhnt werden, wenn sie ganz einfach Hunger haben.

Die Ernährung mit pflanzlicher Nahrung kann abwechslungsreich gestaltet sein

Die Auswahl der denkbaren pflanzlichen Nahrung für Bartagamen ist so riesengroß, dass es den Rahmen der Seite sprengt, diese im Detail aufzuzählen. Probiere einfach aus, ich entdecke noch heute immer wieder etwas Neues. Es sollte täglich frischer Salat sein oder auch Gemüse und ab und zu auch frisches Obst (unsere mögen Erdbeeren!). Obst sollte allerdings selten als Schmankerl oder eben in ganz kleinen Mengen verfüttert werden. Es weist ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis für Bartagamen auf. Mit pflanzlicher Nahrung machst du dich bei deinen Bartagamen bei weitem nicht so beliebt wie beim Füttern tierischre Nahrung. Im Gegensatz zu tierischer Nahrung fresssen die Bartagamen bei pflanzlicher Nahrung auch wesentlich weniger. Nicht gefressene pflanzliche Nahrungsreste nehmen wir am Abend wieder aus dem Terrarium. Die Gewöhnung an die pflanzliche Nahrung wird leichter, wenn man tierische Nahrung, also lebende Futtertiere erst am Abend einsetzt. Den Tag über sollte die pflanzliche Ernährung für die Tiere verfügbar sein. Durch diese Vorgehensweise sind die Bartagamen genötigt den Hunger mit pflanzlicher Nahrung zu stillen. Gemüse und Salathappen sollten immer mundgerecht verteilt werden. Wir geben unseren Tieren pflanzliches klein geschnitten oder geraspelt.

Tierische Kost für die Bartagamen

Lebendfutter kannst du in der Zoohandlung kaufen. Sie kann auch aus der eigenen Zucht oder im Garten gesammelt sein. Gefüttert werden kann jedes Futter, das die Bartagamen von ihrer Körpergröße her bewältigen können. Insekten von eigenen Wiesen sollten nicht gedüngt oder voll mit Pestiziden sein, das ist schädlich für die Bartagame. Angrenzende gedüngte und gespritzte Felder hinterlassen ebenso Schadstoffe. Will man versuchen die Futtertiere selbst zu züchten, braucht man schon ein bisschen Erfahrung, damit die Futter Tiere die Brut und Aufzucht überleben. Außerdem benötigt man auch noch viel Glück und Zeit, denn der Zeitraum von der Schlüpfung bis zur geeigneten Futtergröße ist doch recht lange. Ich habe es rasch wieder aufgegeben.

Besonders beliebt bei Bartagamen sind Heimchen, Grillen und Heuschrecken. Man kann auch andere Tiere in der entsprechenden Größe füttern. Darüber werden wir noch eingehend bereichten. Alle Hauptfuttertiere werden komfortabel online (z.B. bei Reptilica.de) angeboten.

Nicht konsumierte Tiere müssten am Abend aus dem Terrarium genommen werden. Es bestünde bei Jungtieren auch die Gefahr, dass sie während des Schlafes angeknabbert werden könnten. Tote Futtertiere könnten Ihre Mitbewohner krank machen, denn sie stellen eine Parasitenquelle dar. Also am Beten immer schnellst möglich alles entfernen, was nicht mehr benötigt wird.

Sind die Futtertiere besorgt, sollten sie verlagert werden, denn die Tiere werden für den Transport in ein kleines Plastikgehäuse gefüllt. Aus dieser sollten sie umgesiedelt werden in speziell für die Futtertiere geeignete Behältnisse. Der Umzug verlängert das Leben von Futtertieren erheblich. Auch die Futtertiere sollten täglich Futter erhalten. Bei uns bekommen sie Apfelstück, ein bisschen Salat etwas Mineral-Präparate und frisches Wasser.
Tipp: Die Bartagamen sind gut versorgt, wenn die Futtertiere auch eine gute Nahrung erhalten haben. Wenn du den Futtertieren Vitamine und Mineralstoffe gibst, kommt diese Versorgung den Bartagamen beim Verzehr auch zu. Das Vitaminpräparat kann als Einstreu in die Faunabox der Futtertiere gegeben werden. Auch dem Schälchen mit Wasser kann ein Minaralzusatz (z.B. Auqua Crystal Gel) beigefügt werden.

Gern gefressene Futtertiere der Bartagamen:

  • Schaben: Argentinische Waldschabe (Blaptica dubia) / Totenkopfschabe (Blaberus craniifer) / Grüne Schabe (Panchlora nivea) / Gewächshausschabe (Pycnoscelus surinamensis)
  • Grillen: Heimchen (Acheta domestica) / Zweifleckengrille (Gryllus bimaculatus) / Steppengrille (Gryllus assimilis) / Gebänderte Grille (Gryllodes sigillatus)
  • Heuschrecken: Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria) / Wanderheuschrecke (Locusta migratoria) / Grashüpfer
  • Käfer und Larven: Mehlwurm (Tenebrio molitor) / Getreideschimmelkäfer (Alphitobius Laevigatus) / Grosser Schwarzkäfer (Zophobas morio)
  • Fliegen: Grosse Stubenfliege (Musca domestica) / Fleischfliege (Calliphoridae)
  • Schnecken: Schnirkelschnecke
  • Motten: Grosse Wachsmotte (Galleria mellonella)
  • Sonstiges: Mäuse / Wiesenplankton / Regenwürmer / Kellerasseln

Die Hauptfuttertiere haben wir vorher schon genannt. Sie werden bei jungen Bartagamen täglich und bei adulten Bartagamen 2 – 3 mal in der Woche gefüttert. Oben aufgelistet siehst du noch eine Auflistung weiterer möglicher Futtertiere. Je nach Größe und Vorlieben werden auch diese von Bartagamen gern angenommen. Die großen Zoofachhandlungen führen auch Zophobas, Mehlwürmer und Wachsmottenlarven. Diese Futtertiere enthalten jedoch viel Fett. Der dicke Panzer enthält zudem Kalzium und Phosphor, das könnte bei häufigen Fütterungen zu Verstopfungen führen. Aus diesem Grunde sollten diese Futtertiere nur einmal in der Woche auf dem Speiseplan der Bartagame stehen. Natürlich sind die Reptilien gerade auf diese Futtertiere scharf, doch du als Pfleger weißt, was gut für sie ist. Das Beste, was du deinen Mitbewohnern geben kannst als Zusatzfuttertiere sind die Zophobas. Käfer und Larven enthalten viele wichtige Nährwerte. Die von Zophobas sind besonders hoch, doch vor dem Verfüttern sollte unbedingt der Kopf der Würmer abgetrennt werden. Gerade der Kopf ist außerordentlich hart und deine Bartagamen könnten sich beim Fressen dadurch innerlich verletzen. Wachsmottenlarven sind sehr geeignet auch Bartagame, die nicht fressen wollen wieder zum Fressen zu animieren.

Die richtige Ernährung von Bartagamen

Bartagamen brauchen auch Wasser

Als Pfleger eines Bartagamen bemerkt man rasch, dass man selten beobachtet, dass das Tier an der Wasserschale steht und trinkt. Darüber muss man sich nicht unbedingt Sorgen machen. Die Reptilien sind Wüstentiere, sie verdursten schon nicht. Bartagame nehmen bevor sie austrocknen schon Flüssigkeit auf. Diese Wassermengen erhalten sie über gut gefütterte Futtertiere. Zusätzlich enthalten Gemüse, Salat und auch Obst viel Flüssigkeit. Es ist auch möglich, das Tier vorsichtig mit etwas Wasser einzusprühen, das wäre jedoch eine Maßnahme für den äußersten Notfall. Auf gar keinen Fall darf das für dein Tier Stress bedeuten. Das gibt genauso für das Baden eines Reptils. Johanna, unsere Bartagamen Dame kann es nicht leiden mit Wasser bearbeitet zu werden weder in der Sprüh- noch in der Badeform. Albert, der mämmliche Bartagame hingegen genießt es so richtig, mit dem Sprüher ein bisschen eingenässt zu werden. Er ist ebenso ein Genießer beim Baden. Man kann das so richtig sehen, dass ihm das große Freude macht. Er beginnt hierbei meistens auch zu trinken. Bedenke aber, dass das für die meisten Tiere Stress ist, denn an diesen Beispielen kannst du sehen, dass die Befindlichkeit nicht bei allen Bartagamen gleich ist. Das muss man eben ganz vorsichtig ausprobieren. In der Wasserschale sollte stets frisches Wasser für die Tiere bereitstehen. Das Wasser muss mehrmals in der Woche gewechselt werden. Eine gute Alternative bei Badeverweigerern kann auch eine richtig große Wasserschale sein. Das oder die Tiere können sich komplett hineinlegen. Vielleicht kommen sie ja so auf den Badegeschmack oder sie könnten zumindest auf diese Weise Wasser aufnehmen.

Das stehende Wasser ist für Bartagame relativ uninteressant. Als Pflege könnte man deshalb versuchen das Wasser in Bewegung zu bringen. Eine Möglichkeit wäre, die Schale zu bewegen oder vielleicht auch die Futtertiere ins Wasser zu legen. Ein sprudelnder Brunnen im Terrarium würde die Wasseraufnahme vielleicht ebenfalls fördern, dies ist jedoch nicht empfehlenswert. Brunnen sind ein großer Bakterienherd und besser geeignet für Parasiten, als für deinen Mitbewohner. Ich habe schon viele Dinge ausprobiert, doch einen wirklich heißen Tipp, der funktioniert habe ich leider nicht. Am besten bewährt haben sich dünne Gurkenstreifen, denn dieses Gemüse ist prall voll Wasser. Feldsalat kann man auch appetitlich an den Rand der Wasserschale legen (ein Zipfel im Wasser), dass die Bartagamen beim Wegnehmen schon auf das Wasser stoßen müssen! Dieser Trick funktioniert auch nur ab und an, denn um das Grünzeug reißen sich die Bartagamen nicht unbedingt.

Vitamine und Mineralien

Die Futterbeigabe der Tiere mit Vitaminen und Mineralstoffen sollte man keinesfalls überspitzen. Menschen und Tiere vertragen einen Vitaminüberschuss nicht. Er kann ebenso gesundheitsschädlich sein wie der Mangel.

Unserem Bartagamenpärchen verabreichen wir Vitamine und Mineralstoffe ) indirekt über die Futtertiere. Wie vorher beschrieben erhalten die Futtertiere die Vitaminpräparate als Einstreu. Die Bartagame bekommen auf diese Weise also eine indirekte Vitaminversorgung über den Darm der Futtertiere (z.B. bei Reptilica.de – einfach in der dortigen Suche “Vitamine oder Mineralstoffe” eingeben).
Einmal im Monat erhalten sie noch Vitamine und Mineralien in Form eines Flüssigpräparates im Wasser beim Baden. Als Nahrungszusatz können die Bartagamen auch direkt Korvimin in einem Schälchen aufnehmen. Eine gute Möglichkeit ist es auch, wiederum die Futtertiere damit einzustäuben. Zur Aufbesserung des Kalziumhaushaltes stellen wir immer ein Schälchen mit gemahlenen Sepiaschalen in das Terrarium. Auf diese Weise können die Bartagamen das Angebot annehmen und die Kalziumaufnahme selbst regulieren. Wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert, und der Kalziummangel ist eingetreten, erkennst du es auch daran, dass die Tiere anfangen den Bodengrund zu fressen. Das könnte zu Verstopfungen führen, deshalb besser gleich reagieren, wenn du das beobachtest. Es sind noch viele weitere Vitaminpräparate möglich, die den Tieren gereicht werden könnten. Bartagame verwerten das Vitamin D³ über eine Zuführung von UVB-Strahlen. Die Strahlen beschleunigen die Herstellung des körpereigenen Vitamin D³. Spezielle Präparate, die das Vitamin D³ enthalten, kann auch als Nahrungsergänzung gegeben werden (Achtung: bitte keine Überdosierung). Vitamin D³ ist ausgesprochen wichtig für die Tiere. Ohne dieses Vitamin kann kein Kalzium in den Knochen abgelagert werden. Bei einem Vitamin D³ -Mangel der Reptilien würden die Knochen weich.

Gern gefressenes Grünfutter für die Bartagamen

  • Frischer Löwenzahn, Klee, Brennnessel mit Blüten, Dahlien die Blätter und die Blüten, Gänseblümchen, Hibiskus, Jasmin, Kamille, Hagebuttenblüten, Petunienblüten, Ringelblume, Rosenblätter, Vergissmeinnicht, Acker- und Zaunwinde, Ahorn, alle ungiftigen Wildkräuter, Haselnuss- und Weinblätter, Kapuzinerkresse, Stiefmütterchen, Taubnessel, Veilchen
  • Beeren, unsere beiden lieben Erdbeeren, auch Brombeeren und Heidelbeeren
  • Blattsalate, doch diese haben wenig Nährwert, Kresse, Ruccola, Keimlinge aller Arten
  • Broccoli -kleine Menge, Endivie, Gurke hat viel Wasser aber wenig Nährwert, Giersch, Pastinaken, Kürbis ohne Schale und Kerne, Okra, Zucchini, Zuckerrübenblätter, Rote Beete, Papaya, saftige Mango und Melone, diese natürlich ohne Schale und Kerne

Sie mögen auch Kräuter: Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Basilikum, Bohnenkraut, Brunnenkresse, Dill, Katzenminze, Majoran, Oregano, Petersilie – davon nur kleine Mengen, die sind sehr reich an Oxalsäure, Vogelmiere, Zitronenmelisse und Thymian.

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Über die Autoren

Bereits seit 2004 sind wir (Bianka & Oliver) stolze Pfleger eines Bartagamen Pärchens (Johanna & Albert). Im Bereich Terrarienbau finden alle Bastelwütigen eine bebilderte Anleitung für die Planung und eine für die Umsetzung).

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