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Balz und Paarung

Für die Zucht von Bartagamen sollte man nur ganz vitale und gut genährte Tiere einsetzen. Zuchttiere sollten mindestens ein Jahr alt sein und aus verschiedenen Züchtungen stammen. Dass hierfür nur gesunde Tiere geeignet sind, versteht sich von selbst.

Nach der Winterruhe beginnt die Paarungszeit. Es ist für die Züchter auch ein spannender und heikler Zeitraum. Innerhalb von drei bis vier Wochen nach dem Aufwachen beginnen die Bartagamen mit ihren Paarungsaktivitäten. Die Männchen entfalten ein ausgeprägtes Territorialverhalten in der Paarungszeit. Sie vertreiben zunächst einmal die Rivalen um das begehrte Weibchen für sich zu haben. Zusätzlich beginnen sie das Balzverhalten, das sich überwiegend durch ein ständiges charakteristisches Kopfnicken ausdrückt. Der Bartagamen – Bart ist in dieser Zeit tief schwarz eingefärbt und aufgestellt. Das auffällige Kopfnicken wird noch verstärkt, weil das Männchen den Oberkörper auf und ab bewegt. Die weiblichen Bartagamen reagieren auf dieses Verhaltensweise zunächst einmal beschwichtigend. Durch ein ruhiges Winken entziehen diese sich den Annäherungsversuchen. Sobald das Weibchen dann zu Paarung geneigt ist, senkt sie ihren Oberkörper ab. Die Bartagamendame beobachtet anschließend das Männchen ganz genau. Es kommt auch vor, dass sich die Weibchen und die Männchen gegenseitig annicken. Unser Bartagamen Weibchen zeigt in dieser Paarungszeit häufig ein sehr langsames Kopfnicken. Abschließend beugt sie den Kopf und den ganzen Oberkörper für ganz kurze Zeit ganz nah auf den Boden. Der männliche Bartagame umkreist sie anschließend ständig ebenfalls mit dem Kopf nickend und zusätzlich zeigt er mit Stolz auch seinen aufgestellten Bart. Für ungeübte Anfänger in der Bartagamen Pflege wirkt dieses Verhalten meist befremdlich. Auch wenn euch das irritiert, wir können euch beruhigen, das ist ein vollkommen normales Verhalten bei der Balz.

Um die Bemühungen zu bekräftigen, stampfen die männlichen Bartagamen in der Balz und Paarungszeit vermehrt mit den Vorderbeinen auf den Boden. Dieses Ritual unterbrechen sie immer wieder, um dann von neuem zu beginnen. Zum Teil ist dieses Stampfen der männlichen Bartagamen so vehement dass es eindeutig auch außerhalb des Terrariums hörbar ist. Nach sämtlichem Imponiergebabe erreichen sie abschließend das umworbene Weibchen. Sie nähern sich seitlich an und beißen das Weibchen im Bereich des Hinterkopfes, des Nacken oder in die Schulter. Dies ist der Paarungsbiss, mit dem sie ihr Weibchen festhalten. Zur Annäherung der Kloaken drückt sich das Männchen auf der dem Paarungsbiss abgewandten Seite über das Weibchen. Er macht durch weiteres Scheuern mit den Hinterbeinchen auf die Paarungsbereitschaft aufmerksam. Er bleibt auf dem Rücken liegen und fordert ununterbrochen das anheben des Schwanzes vom Weibchen. Erhört sie ihn und hebt den Schwanz, führt das Männchen den Hemipenis in die Kloake der Partnerin ein. Nach etwa 40 – 60 Sekunden ist die Paarung beendet und das Bartagamen Pärchen trennt sich umgehend.

Es hat für uns den Anschein, als wäre für die männlichen Bartagamen der Akt sehr anstrengend. Meist liegen sie eine ganze Weile fast apathisch herum. Offensichtlich brauchen sie einige Zeit um sich zu erholen. Der Paarungsbiss kann bei den Weibchen leichte und oberflächliche Verletzungen auslösen. Diese Wunden heilen jedoch nach kurzer Zeit wieder ab. Falls sich diese Nachstellungen bei den Paaren permanent anhalten, könnten das die Bartagamen durchaus erschöpfen. Falls du das beobachtest oder allerspätestens kurz vor der Eiablage wäre es besser, die Männchen aus dem Terrarium zu verlagern. Diese Paarungszeit kostet auch die Männchen viel Kraft. Meist stellen sie währenddessen auch die Nahrungsaufnahme ein, dies sollte jedoch nur vorübergehend der Fall sein. Es ist zwar äußerst selten der Fall, doch es könnte sein, dass sie in der Paarungszeit auch dem Pfleger gegenüber aggressiv reagieren. Diese Eventuelle Aggressivität ist für balzende Bartagamen eine normale Reaktion. Nach der Paarungszeit legt sich das in der Regel auch ganz schnell wieder.

Das gesamte Paarungsritual findet zumeist vormittags statt. Berufstätige Pfleger bemerken dies daher oft nicht. Dass eine Paarung stattgefunden hat, lässt sich jedoch leicht feststellen. Normalerweise befinden sich in diesem Fall Sandkörner in der Kloake des männlichen Bartagamen. Diese werden aufgenommen beim Zurückziehen des Hemipenis nach der Begattung. Bewegt man den Schwanz ganz sanft und leicht nach oben, kann man dies rasch überprüfen.

Die Paarung
Mit etwa einem Jahr werden die Bartagamen geschlechtsreif. Äußerst selten beginnt die Geschlechtsreife auch schon ab dem 6. Lebensmonat. Die Paarungsaktivitäten beginnen nur einige Wochen nach der Winterruhe der Tiere. Die gesamte Fortpflanzungsbereitschaft beansprucht in der Regel drei bis vier Monate. Zumeist ist das Männchen aktiv bei dem Balzbemühungen und auch bei den Paarungsversuchen. Falls in dieser Zeit zwei Männchen aufeinander treffen, werden beide versuchen das Weibchen zu umgarnen. In dieser Konstellation sind gefährliche Revierkämpfe mehr als wahrscheinlich.

Beim Balzverhalten der Männchen ist vor allem das Zeigen des tiefschwarzen Bartes charakteristisch. Erkennbar ist es auch eindeutig durch ein starkes ständiges Kopfnicken. Es möchte durch dieses Imponiergehabe bei dem Weibchen einen Eindruck hinterlassen. Das Weibchen signalisiert die nicht gegebene Bereitschaft zur Paarung, in dem es wegläuft. Zudem versucht es, durch ein winken mit den Beinchen das Männchen zu mäßigen. Dieses Abwehrverhalten interessiert sehr viele Männchen überhaupt nicht und sie behelligen das Weibchen ständig weiter. Mit solch einem aktiven Männchen kommt sie nicht zur Ruhr und häufig kommt es sogar zu Vergewaltigungen. Bemerkst du als Pfleger, dass die Weibchen außerordentlich durch die ständigen Annäherungsversuche des Männchens gestresst sind, ist es sehr ratsam, die Geschlechter zumindest kurzfristig voneinander zu trennen.

Anders verhält es sich, wenn das Weibchen paarungswillig ist. Sie versucht in diesem Fall auch gar nicht, sich dem Männchen zu entziehen. Sie flacht bereitwillig den Oberkörper ab. Das Männchen setzt dem Weibchen den Paarungsbiss in den Nacken, damit es einen festen Halt findet zur Paarung. Zum Anheben ihres Schwanzes wird sie durch das scharren des Fußes vom Männchen angeregt. Ist der Schwanz des Weibchens angehoben, wird das Männchen die Paarung, die etwa eine Minute dauert, vollziehen. Die Bartagamen brauchen nach der Paarung meist zunächst viel Ruhe. Während der Paarungszeit werden die Vereinigungen mehrmals täglich durchgeführt.

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