Farbvarianten bei Bartagamen

Farbvarianten bzw. Genetik (Farbzuchten) bei Bartagamen und ganz spezielle Zuchtformen: Das so genannte Nominat ist die Bezeichnung für die Wildform der Bartagamen. Diese Nominate sind in der Farbgestaltung überwiegend grau-braun. Es gibt auch Bartagamen mit dunkelgrauer oder schwarz gefärbter Maserung. Zucht – Bartagamen sind heute in ganz unterschiedlichen und zahlreichen Farbvarianten durch gezielte Züchtungen entstanden. Die Entwicklung hin zu farbigen Bartagamen – Zuchten fing in Amerika an und wurde zu uns exportiert. Auch hierzulande sind viele private Züchter inzwischen darauf spezialisiert, Bartagamen der unterschiedlichsten Farbvarianten zu züchten.

Farbvarianten bei Bartagamen muss der Käufer wesentlich teurer bezahlen. Diese variantenreichen Tiere sind manchmal auch seltene Raritäten. Natürlich wirken sie in manchen Varianten auch noch interessanter, als „normal eingefärbte“ Tiere. Wenn du an einer solchen Seltenheit Interesse hast, musst du viel Geduld mitbringen, denn eine nicht geringe Wartezeit muss unter Umständen einkalkuliert werden.

Übersicht der Arten und deren Farbvarianten:

Sandfire

Die Farbvariante Sandfire ist wohl die am meisten verbreitete und bekannteste Farbvariante bei Bartagamen Züchtungen. Erstmals gezüchtet wurde sie auf der Sandfire Dragon Ranch in Amerika. Der Name, also diese Farbvariante “Sandfire” ist ein geschützter Begriff. Nachzuchten sind demnach nur echt, wenn sie auch von der amerikanischen Sandfire – Dragon Ranch stammen. Nur Zuchten von den amerikanischen Sandfire Tieren dürfen auch so bezeichnet werden. Hat ein Züchter den Wunsch diese Sandfire Bartagamen Farbvariante zu züchten, muss er eine Zucht Gruppe aus Amerika importieren. Nur die direkten Nachkommen der US Importe kann man käuflich erwerben. Falls ein Züchter einen solchen Import erwirbt, darf er seine Nachzuchten natürlich als „Original Sandfire“ hier in Deutschland anbieten. Die Tatsachen stellen sich allerdings in der Regel völlig anders dar. Mi scheinbar echten Sandfire Bartagamen wird der Markt überschwemmt. Bei genauem Betrachten und Sachkenntnis merkt man jedoch rasch, dass die Färbung häufig überhaupt nicht an die der Original Sandfire Farbvariante herankommt. Die Färbung der Sandfire Bartagamen ist ganz besonders schön, sie sind am gesamten Körper hierbei ist auch der markante Bart inbegriffen rot – orange – gelb aussehend.

Snow

Die Snow-Variante ist überwiegend weiß mit markant goldenen Augenringen. Frisch geschlüpfte Tiere sind durchscheinend rosa gefärbt und nehmen innerhalb weniger Tage eine durchscheinend beige Färbung an. MIt jeder Häutung werden sie nun heller bis sie mit ca. 4 Monaten nahezu weiß sind mit kaum noch zu sehender Zeichnung. Weiß, bis grau schimmernde Bartagamen Züchtungen werden unter dem Namen „Snow“ verkauft. Die Tiere haben entweder keine oder nur eine nur sehr leichte Zeichnung. Ein markantes Kennzeichen der Snow-Züchung ist der gelb-orange Ring um die Augen der Snow – Bartagamen.

Sunburst (Yellow Sunburst)

Farbvariante aus den USA, welche hauptsächlich gelb sind (80-90%). Die Farbvariante namens „Sunburst“ wurde auch in den USA zuerst gezüchtet. Züchter und Erfinder dieser Farbvariante ist Kevin Dunne. Die Sunburst Bartagamen Farbvariante ist in der Hauptsache gelb. Zusätzlich schillern sie auch mit orangenen und roten Farbanteilen.

Chris Allen Red

Diese Farbvariante erhielt den Namen vom ersten Züchter dem Amerikaner Chris Allen, und zusätzlich durch die rote Farbe der Tiere. Die Bartagamen dieses Züchters sind durchgängig herrlich dunkelrot. Die Farbvariante wirkt mit einem hohen Anteil an Magenta.

Blood

Ursprünglich werden Blood nur die (blutroten Tiere) sprich die intensivste Fabvariante der roten Tiere genannt. Diese stammen eigentlich aus den USA. Nicht alles was rötlich gefärbt ist, muss gleich ein Blood sein. Diese Name wird auch oft dazu missbraucht um beim Verkauf mehr Profit zu erreichen. Wenn man sichtig sein möchte einen Blood oder eine Blood-Abstammung zu haben sollte sich ein zertifiziertes Tier raussuchen. Die jungen Tiere der Farbform „Blood“ tragen eine wirklich attraktive, ganz dunkel rote Maserung. Die dunkel rote Farbe ist jedoch in der Regel nicht von langer Dauer. Mit zunehmendem Alter der Tiere verändert sich diese Färbung mehr und mehr in die Farbrichtung eines dunklen Brauntones. Diese Kreuzung stammt vom Züchter Kevin Dunne aus den Vereinigten Staaten.

Salomon Hypo

Auch diese Farbvariante kommt aus den USA und zwar genauso wieder von Kevin Dunne. Dieser Tierpfleger hat auch schon die Farbvarianten „Sandfire“ und „Snow“ gezüchtet. Die Sorte Salomon Hypo glänzt mit einer rosa – lavendel aussehenden Färbung. Sie werden im adulten Wachstumsstadium allerdings in der Regel zeichnungslos (patternless).

Citrus

Diese entsprechen den color morph und sind wie der Name schon sagt komplett gelg gefärbt. Eine Zeichnung durch Schwarzpigmente ist kaum oder gar nicht vorhanden. Die Bartagamen Farm Fire & Ice Dragons hat die Farbvariante „Citrus” oder auch „Citrus Color Morph” hervorgebracht. Diese Farbvariante stammt von den geschätzten amerikanischen Züchtern Terri Sommella und Adam Seltzer. Die adulten Tiere von Fire & Ice Dragons des Farbtons „Citrus“ haben eine brillante gelbe Färbung. Teilweise ist auch schon ein leichter Grünstich zu sehen. Die Krallen der Citrus Bartagamen sind licht und ganz klar. Die jungen Citrus Bartagamen sehen zumeist leuchtend orange oder sogar rot eingefärbt aus. Die Farbwandlung genötigt etwa ein Jahr.

Leatherback

Leatherback haben eine lederartige Haut, die nicht ganz so stachelig und schuppig ist wie bei üblichen Bartagamen sondern glatter. Hierbei handelt es sich wie bei den Silkbacks um eine Überzüchtung. Leatherback ist im eigentlichen Sinne keine Farbvariante. Diese Bezeichnung wird genutzt für Bartagamen, deren Schuppen eindeutig kleiner sind als die normalen. Die Leatherback Schuppen sind kaum zu erkennen. Die Haut der Leatherback Züchtung wirkt fast lederartig. Man könnte sie auch vergleichen mit der Schlangenhaut. Die Zuchten der Leatherback Bartagamen sind seltene Raritäten und sie kommen aus den USA.

German Giant

Die Herkunft der so genannten “German Giants” ist leider nicht mehr genau nachvollziehbar. Es wäre naheliegend, dass es sich um eine Kreuzung aus den Arten Pogona vitticeps und Pogona barbata handelt. Hierbei ist der größte Artenanteil wohl bei der Gattung Pogona zu vermuten. Der Name „German Giants” resultiert aus der Tatsache, dass die Tiere um einiges größer und auch sehr viel schwerer sind als die durchschnittlichen Bartagamen. Sie erreichen eine stattliche Gesamtlänge von etwas 60 bis 70 cm. Auch wenn der Name German Giants anderes vermuten lässt, stammt die Aufzucht maßgeblich aus Amerika. In Europa ist es nicht so einfach, an diese Variante heranzukommen. Hierzulande muss man vorsichtig sein bei dieser Züchtung der German Giants, denn oft wird einem nur ein völlig überernährtes und viel zu teueres Tier angeboten.

Nominat

Die ist keine Spezielle Zuchtform sondern lediglich die Wildform. DIese Tiere besitzen hauptsächlich eine graue Grundfärbung mit schwarzer Masserung, manche besitzen auch einen leichten braun oder occa Farbton. Aus diesen Tieren sind alle anderen Farbformen heraus gezüchtet worden.

Translucent

Diese Tieren lassen sich leicht durch ihren genetischen Defekt erkennen, sie haben einen bläulich “durchscheinenden” Bauch. Jungtiere zeigen diesen Defekt am besten denn während des Alterungsprozesses verdickt die Haut doch das durchsichtige Aussehen bleibt immer erhalten. Der genetische Defekt wird durch Abwesenheit der weißen Pigmente verursacht. Früher verloren die Transöucent Bartagamen ihre Farbe beim älter werden und sahen dann wie Nominate aus, dies ist heute nicht mehr der Fall.

Leucistik

Leucistik erkennt man an den klaren bzw. durchsichtigen Näglen und dass diese Tiere oft sehr hell sind (weiß oder mit einem leichten Gelbstich). Zudem haben sie keine sichtbaren Schwarzpigmente und selbst im Kalten Zustant sind diese kaum erkenntlich. Man erkennt auch kaum oder gar keine Zeichnung durch das Fehlen der Schwarzpigmente.

Pastell

Wie der Name schon sagt ist mit dieser Bezeichnung keine intensive Farbe gemeint, sondern eher eine dezente, blasser wirkende Färbung. Rot erscheint eher Rosa, Gelb und Orange eher Apricot.

Patternless

Dies Bedeutet dass die Tiere keinerlei Zeichnungen auf dem Rücken haben.

Tiger

Wie der Name schon sagt, haben Tiere mit dieser Zeichnung Querstreifen über Rumpf und Gliedmaßen verteilt.

Stripped

Diese Tiere haben deutlich Längsstreifen auf dem Rücken parallel zur Wirbelsäule.

Hypo

Wie “leuzistisch”: im größten Teil des Körpers ist kein Melanin vorhanden, zB. Tiere mit schwarzen Augen. Der Transport des Pigments in den Zellen ist gestört. Nicht zu verwechseln mit “albinotisch”: dort ist gar kein Melanin vorhanden, wie z.B. bei weißen Tiger mit rote Augen, denn dort wird das Pigment gar nicht prodziert. Daher haben Hypo`s auch immer klare Nägel. Dies sind sehr farbintensive Tiere, oft mit erkennbar blauen Sidebars.

Hypotranslucent

Manche Züchter haben sogenannte hyptranslucente Bartagamen gezüchtet, dies bedeutet eine 100% Hypo mit dem Eigenschaften einer 100% Translucent.

Red

Rote Bartagamen können von leicht rosa bis knallrot reichen. Man sollte nicht nur auf Bechreibung und Fotos vertrauen, sondern sich lieber das Tier persönlich anschauen um sich von der Intensität der Farbe zu überzeugen. Oftmals zeigen die Farben auch erst nach den ersten Häutungen richtig und ist zudem auch noch stimmungs- und altersabhänig. Viel dazu beitragen tut allerdings die richtige Beleuchtung (UVA/UVB).

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  • Gunther Köhler, Karsten Grießhammer, Norbert Schuster
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8 Kommentare… add one
  • Christina Tsaprantzi

    Hallo,

    meine zwei Bart agamen sind Geschwister und total unterschiedlich. Der Frodo (also das Männchen)ist eher heller gelblich und sie Fee ist dunkel grün schwarz.
    Mein Problem:
    ist es normal das ER immer zuerst essen muss? und IHR erst was zu Essen in den Mund gibt wenn er satt ist?
    Fee nimmt auch vorab nix von mir an,erst wenn ER ihr das erlaubt dann nimmt sie auch von mir was zu Essen an :-)
    des weiteren: SIE ist fast nix und trinken tun beide sehr wenig, sie sind 3 Monate alt und eigentlich ganz fit aber seit 2 Tagen ist sie überhaupt garnix mehr und wirkt auch sehr schlapp. Einer von beiden ha gestern erbrochen zweimal! jetzt weiss ich natürlich net wer das von beiden war :-(
    Und meine letzte Frage: Was bedeutetes wenn ein Bart Agame mit dem Kopf nickt also rauf und runter? Frodo macht das seit gestern immer wenn ich am Terarrium stehe.

  • Manuela

    Hallo Christina,

    das Nicken ist ein Imponiergehabe. Zeitlich fällt es jetzt genau in die Paarungszeit. Dann zeigen Männchen es gehäuft, manchmal auch gegenüber uns Haltern.
    Bartagamen sind Einzelgänger und sehr territorial. Fee lässt sich wahrscheinlich von seiner Dominanz beeindrucken und traut sich nicht vorher zum Futter.
    Wenn eine Bartagame sehr schlapp ist und sogar erbricht, ist das ein Fall für den Tierarzt.

    Viele Grüße
    Manuela

  • Barti lover

    Das bedeutet das er die Weibchen beeindrucken will

  • Anna

    Meine Bartagame (Männchen)Ist sehr hell und will nicht fressen!!!Außerdem will er nicht mehr angeffast werden.Früher liebte er es!Liegt es vielleicht daran dass seine mitbewoher(2) gestorbe sind?

  • Manuela

    Hallo Anna,

    kontrolliere bitte die Temperaturen in deinem Terrarium und denke daran, dass die Leistung der UV-Lampen mit der Zeit abnimmt, diese aber trotzdem noch weiter leuchten.
    Sollte damit alles stimmen, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Dass deine Bartagame trauert, ist eher unwahrscheinlich.

    Viele Grüße
    Manuela

  • mike

    Hypotranslucent wird mE nach auch Supertranslucent genannt.

  • Marco Scheer

    Hallo ich habe vier bartagamen babys einer von ihnen ist sehr schwach: er hat seine Augen nur ein kleines Stück offen, er ist immer nur an der gleichen Stelle und zwar am Boden
    Ich habe sie erst seit gestern und ich will nicht dass ich eine schon verliere kann mir jemand helfen BITTE??? :'[
    Bitte!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Manuela

    Hallo Marco,

    wir können leider keine Ferndiagnosen stellen. Suche doch bitte einen reptilienkundigen Tierarzt auf.

    Viele Grüße
    Manuela

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