Terrarienbau
Hinweis: Bevor Ihr euch an die Umsetzung macht und diesen Artikel durcharbeitet, solltet Ihr vorerst den Artikel “Terrarienbau Planung” durcharbeiten und euren Terrarienbau gründlich planen.
Terrarienbau mit Holzplatten (Spanplatten)
Generell kann ein Terrarium aus den unterschiedlichsten Materialien wie z.B. Holz, Glas oder Alu gebaut werden. Wir haben für unser Terrarium das Material Holz gewählt. Dieses Material ist für uns einfach zu bearbeiten und außerdem in jedem Baumarkt kostengünstig zu bekommen. Es wird nicht zu schwer und es erfüllt alle wichtigen Bedingungen eines Trockenterrariums, denn diese sind für unsere Bartagamen gut geeignet. Holz isoliert auch viel besser als Glasteile oder Alubauteile. Gerade für Selbstbau-Anfänger ist Holz beim Terrarienbau eine gute Empfehlung. Ganz einfach zu verbauen und deshalb sehr häufig beim Terrarienbau genutzt, sind Grobspanplatten, im Fachhandel findet ihr sie unter dem Begriff: OSB – Platten. Grobspanplatten bieten die Baumärkte meist sehr preiswert an. Ihr könnt Euch in Baumärkten die Platten auch gleich auf die gewünschten Maße, nehmt eure Skizze mit, zusägen lassen. Eigentlich alle Baumarktketten bieten diesen Zuschneide – Service an. Du hast zudem den Vorteil, dass die Schnitte sehr präzise ausgeführt werden, das erspart dir hinterher eine Menge Arbeit. Warum sollte man das selbst tun, wenn es auch einfacher und wahrscheinlich präziser geht. Einziger Nachteil beim Zuschnitt wäre vielleicht dass in der Regel nur gerade Schnitte (im 90°-Winkel) durch die Baumarktmaschinen machbar sind. Dies war uns kein Kriterium, denn im angeführten Beispiel benötigten wir keine anderen, als 90°- Winkel
Unterschiedlichsten Holztypen
Die Auswahl, was Holzplatten anbelangt ist sehr groß. Du kannst auch beschichtete Spanplatten in ganz verschiedenen Farbstilen wählen. Ebenso gibt es in verschiedenen Furnierungen die unterschiedlichsten Holztypen, die ebenso exzellent und zweckdienlich dazu sind, das Terrarium deiner persönlichen Wohnungseinrichtung anzugleichen. Diese Materialien sind allerdings etwas teurer, das muss man vorher gut kalkulieren, denn du brauchst ja auch noch eine Einrichtung. Möglich ist auch die Wahl einiger weiterer und wesentlich günstigerer Holzplatten. Hierzu kann ich euch noch anraten zu Sperrholz- oder Siebdruckplatten zu greifen. Bei der Auswahl des Grundgerüstes kannst du je nach Füllung des Geldbeutels oder auch nach deinem Geschmack deiner Fantasie freien Lauf lassen und dich richtig austoben.
Terrarienbau mit Holzplatten (Spanplatten)
Zum Montieren von Grob-Spanplatten sind die Spax – Schrauben die richtigen Schrauben. Bevor die Platten miteinander verschraubt werden, sollte jedes Loch mit einem kleinen Bohrer vorgebohrt werden. Ohne Vorbohrung besteht ansonsten das Problem, dass die Holzplatte splittert. Fräse vorher noch eine entsprechend große Versenkung für den Schraubenkopf beim Loch ein. Die Schraube sitzt dann schön bündig und der Schraubenkopf schließt eben mit der Holzplatte ab. Ich habe mit einem von Schadstoffen freien Leim die Schraube noch einmal fest fixiert. Bei meinem Terrariumsbau habe ich die Rückwand fest verbaut. Das hat allerdings den Nachteil, dass man das Terrarium nicht so leicht wieder auseinandernehmen kann. Der Vorteil ist wiederum, dass ich für meinen Terrarienbau kein weiteres Stabilisierungs-Gestell benötigt habe. Ich konnte durch die feste Rückwand vollkommen auf die Gesamtstabilität meines Terrariums vertrauen. Wenn du einen Bedarf siehst, dein Terrarium wieder abbauen zu müssen, solltest du dies schon beim Bau berücksichtigen. Mein selbst gebautes Terrarium hält jedenfalls bombenfest!
Die Lüftungsflächen sägt man einfach mit einer Stichsäge entweder aus dem Deckel, der Frontblende oder einer weiteren freistehenden Stelle aus. Ich habe mit einem Bohrer mitten in das vorher markierte Areal ein Loch gebohrt. Mit Hilfe des Lochs hatte ich die Führung für die Stichsäge, mit der ich dann die vorgesehene Fläche aussägen konnte. Für die Lüftungsflächen habe ich ein Lochblech eingebaut. Lochbleche bekommt ihr sehr günstig im Reptilienhandel (z.B. bei Reptilica.de – in der Suche nur “Lochblech” eingeben). Eine weitere Möglichkeit zum Einkauf bieten ebenso viele Baumärkte. Die Schienen zur Führung der vorderen Sichtscheiben werden an der unteren und oberen Frontblende mit Silikon festgemacht.
Tipp: Achte bitte darauf, dass die obere Führungsschiene doppelt so tief ist wie die untere. Ich habe 6 mm dicke Scheiben eingebaut und entsprechende Führungsschienen verwendet von: (Reptilica.de – einfach in der Suche “Glasführungsprofil” eingeben). Es ist möglich, dass man ähnlich günstige auch im Baumarkt kaufen kann, ich fand die von Reptilica einfach ideal. Man muss ein bisschen Geduld haben, bis das Silikon komplett ausgehärtet ist. Danach erst würde ich die Maße der Scheiben mit einem Zollstock abmessen. Verlasse dich für diese Maße nicht auf deine Planskizze, das Glas kannst du nicht mehr bearbeiten, die Scheiben müssen einfach sicher sitzen! Diesen Arbeitsschritt musst du wirklich mit äußerster Sorgfalt durchführen. Die Scheiben sollten sich leicht führen und zur Seite schieben lassen ohne zu verkanten. Lass dir Zeit und mach dies ganz in Ruhe, damit die Scheiben auch akkurat passen.
Hinweis: Man misst von der oberen Innenseite der oberen Führungsschiene bis zur Oberkante der unteren Schiene. Wenn du beachtet hast, dass die obere Schiene die doppelte Tiefe hat, wie die untere ist fällt die Scheibe nach dem Einsetzen keinesfalls aus der Führung.
Terrarienbau – Die Rückwand
Die Konstruktion der Rückwand kann mit ganz verschiedenen Materialien und Methoden geplant sein. Ich habe das leicht zu bearbeitende Material Styropor für den Bau der Rückwand im Terrarium ausgewählt. Ich wollte auch das Gewicht des Terrariums nicht mit Drahtgeflechten überflüssig noch zusätzlich steigern. Zudem ist dies eine preiswerte, die einfachste und ausgesprochen effiziente Methode. Styroporplatten kannst du im Baumarkt in den unterschiedlichsten Stärken kaufen. Praktisch und sehr geeignet sind Platten mit einer Stärke von 40 – 50 mm. In dieser Stärke hast du Gelegenheit schöne Strukturen einzuschneiden. Dabei kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Durch die Strukturen verlieren die Platten nur ganz unwesentlich an Stabilität.
Die Rückwand kann extern oder intern erstellt werden. Wenn du sie extern erstellst, musst du sie anschließend in das Terrarium einkleben. Ich habe die Styroporplatten einfach in das Terrarium verklebt (Bild 1). Die Rückwand wurde also direkt im Terrarium anfertigt. Dieser Weg schien mir viel stressfreier, doch das kannst du ganz nach Belieben selbst wählen. Ganz sicher ist auch der andere Weg gut machbar.
Die Seitenwände habe ich auch gleich verklebt und dann erst im Terrarium gefertigt. Diese Vorgehensweise hat sich für mich ganz einfach angeboten und bewährt. Es wäre mein Albtraum gewesen, die fertige Rückwand erst im Nachhinein in das Terrarium einzuklemmen und das hätte sich womöglich verkeilt. Diese Lösung wurde jedoch von einigen Bastlern ebenso erfolgreich beim Terrarienbau eingesetzt. Ich beanspruche nicht für mich, dass ich den einzig richtigen weg habe, entscheidet das doch schlicht selbst.
Alle Wände werden zunächst einmal mit etwa 50 mm dicken Styroporplatten beklebt. Als Kleber eignet sich Silikon ebenso wie ein Acryl oder auch ein ganz spezieller Styroporkleber. Wichtig ist lediglich, dass du unbedingt einen, schadstofffreien Kleber nimmst, damit deine Tiere durch die Ausdünstungen nicht krank werden. Ich habe meinen unbedenklichen Silikonkleber bei reptilica.de bestellt. (Reptilica.de – einfach in der Suche “Silikonkleber” eingeben) Deren Kleber werden auch für den Aquarienbau verwendet und sind zuverlässig frei von Schadstoffen. Ich fand ihn sehr angenehm in der Verarbeitung denn er klebt rasch und sauber und härtet ausgezeichnet aus. Nachdem die Wände sauber mit den vorbereitenden Styroporplatten verkleidet sind, kannst du aus weiteren Platten phantasievolle kleinere oder größere Vorsprünge herausschneiden. Die selbst gebastelten Vorsprünge werden jetzt auch mit dem gut haftenden Silikon an allen Wänden nach Belieben befestigt. (Bild 2). Diese kreative Arbeit hat mir persönlich sehr viel Freude bereitet. Zum einen, weil das Terrarium langsam Gestalt annahm und außerdem konnte ich mir schon richtig vorstellen, dass es meinen Tieren viel Freude macht hier herumzuklettern.
Tipp: Beachte bitte, dass Rückwände, deren eingebaute Vorsprünge weit ins Terrarium hineinragen sollen, speziell bei größeren Reptilien mit Rundhölzern verstärkt werden müssen. Große Tiere bringen etwas mehr Eigengewicht mit und deshalb ist es dringend notwendig, diese Vorsprünge zu verstärken.
Zur Vorsprungverstärkung schneidet ihr eine einfach Rundholzstange mit einem Durchmesser von 5-10 mm in einige kleine Holzstücke. Die Verstärkungshölzer sollten der Länge der Vorsprünge genau entsprechen. Steckt die vorgefertigten Hölzer durch den Vorsprung in die Rückwand. Wenn ihr es noch sicherer machen wollt, könnt ihr zusätzlich die Vorsprünge auch mit Bauschaum unterspritzen. Es kommt ganz auf die Größe der einzusetzenden Reptilien, ob ihr die Notwendigkeit sehr, die Stabilität weiter zu erhöhen. Bei meinem Terrariumbau hat der Silikonkleber absolut gereicht und sich bis heute auch bewährt. Das Grundgerüst für die naturnahe Terrarienrückwand ist nun also fertig, jetzt ist schon zu sehen, wie es später ausschauen wird. Betrachtet zunächst einmal stolz euer Werk und weiter geht es zum nächsten Schritt beim Terrarienbau.
Im Moment sind alle Oberflächen des Rohlings noch viel zu glatt. Die Wände sehen jetzt noch nicht sehr natürlich aus. Zum Bearbeiten gibt es zahlreiche Optionen eine schöne Kletter-Styroporwand zu konstruieren. Für deine Bartagamen ist es tatsächlich elementar wichtig, an der gestalteten Rückwand einen superstützenden Halt zu finden. Deshalb messe der Festigkeit und der Struktur eine ganz besonders wichtige Bedeutung bei. Falls du gut mit dem Messer arbeiten kannst, wären mit diesem Arbeitsgerät Nachbesserungsarbeiten am Styropor leicht möglich. Bis zu dem Zeitpunkt in dem du bei kritischer Betrachtung zufrieden mit deinem Werk bist, kannst du jeden Bereich mit dem Messer noch zurechtstutzen. Diese Bearbeitung ist auch an den schon verklebten Teilen möglich. Sehr einfach und ganz sauber bekommst du mit einem Heißluftföhn (bitte beachte unbedingt die nachfolgenden Hinweise) richtig tolle Strukturen in ganz ungleicher Tiefe in die Styropor-Rückwand.
Wichtige Tipps zu Arbeit mit dem Fön:
- Pass gut auf, der Heißluftföhn darf nicht zu lange an einer Stelle festgehalten werden. So schnell wie das Styropor dir wegschmilzt, kannst du nicht mal „Pieps“ sagen.
- Ein Heißluftföhn wird, wenn du zu lange arbeitest auch massiv heiß, bitte auch hier wieder eine große Achtsamkeit!
- Beim Verbrennen von Styropor entstehen giftige Gase! Keinesfalls einatmen!
- Diese Arbeit macht man idealer weise an der frischen Luft oder wenigstens bei weit geöffnetem Fenster
Wem die Arbeit mit dem Fön zu gefährlich ist, der kann ebenfalls einen schönen Effekt hinbekommen mit Hilfe eines Drahtbürstenaufsatzes für die Bohrmaschine. Auch mit diesem Werkzeug lassen sich leicht einzelne Teile ganz nach Lust und Laune strukturieren. Nachteil: Diese Methode verursacht eine gigantische Sauerei! Ich habe auch mit der Drahtbüste modelliert und kann dies ebenfalls empfehlen, denn durch dieses Vorgehen entsteht ebenfalls eine richtig natürlich erscheinende Oberfläche. Ich würde mich trotz der hohen Schmutzentwicklung immer wieder dafür entscheiden.
Ich habe noch einen Tipp für euch, um sehr naturnahe Rückwände zu strukturieren. Leicht und wunderbar möglich ist auch die Verwendung eines Teppichmessers. Mit dem handlichen Messer kann man individuell Teile aus dem Styropor herausneiden. Auch mit Hilfe dieses einfachen Werkzeugs entsteht nach und nach eine wunderbare Rückwand.
Ich habe es auch mit sehr grobem Schmirgelpapier versucht. Einzelne Kerben und auch kleinere Bereiche lassen sich damit auch prima nacharbeiten. Probiere einfach aus, was dir am Besten liegt. Ganz klar kannst du auch alle vier Arbeitsweisen an der Rückwand anwenden. Ich habe auch alles ausprobiert und diese Erfahrungen sind für Euch mit eingeflossen in diesen Bericht.
Hinweis: Allzu filigran müsst ihr in diesem Schritt noch nicht arbeiten. Im nächsten Arbeitsgang wird noch ein ganzer Schub Fliesenkleber darüber aufgebracht. Deshalb meine Empfehlung verkünstelt euch nicht zu arg, hebt euch diese Energie besser für den weiteren Terrarienbau auf.
Jetzt kannst du die Wand mit einer dünn flüssigen Kernschicht Fliesenkleber oder Haftputz streichen. Die Betonung bei der ersten Kleberschicht liegt wirklich auf dünnflüssig. Ich empfehle euch einen handelsüblichen und auf jeden Fall einen schadstofffreien Fliesenkleber zu nehmen. Da ihr alles am Besten mit den Händen auftragen solltet sind Handschuhe unbedingt anzuraten. Erst wenn die erste Schicht komplett durchgetrocknet ist, kann die weitere und jetzt dickflüssige Schicht verarbeitet werden. Das Austrocknen solltet ihr geduldig abwarten, es könnte durchaus 24 Stunden und mehr dauern. Es kommt dabei ganz darauf an, wie gut der Lagerraum gelüftet wird. Wie viele dieser Kleber- oder Putzschichten ihr aufgetragen müsst, hängt auch davon ab, welche Reptilien und welcher Terrarientyp gewählt wurde. Beim Feucht- oder Halbfeucht – Terrarium reichen zwei bis drei Schichten. Zusätzlich ist immer noch die abschließende Versiegelung mit Epoxidharz notwendig. Diese Versiegelung muss sorgfältig angebrachtet werden, diese Schicht muss dicht sein ohne Bläschenbildung. In diese Harzschicht kann man auch einen speziellen Farbzusatz mischen, dann erhält die Rückwand gleich in einem Arbeitsgang die gewünschte Farbe. Es ist ratsam, zuerst eine dünne Schicht aufzutragen, um die Poren des Fliesenklebers zu verkleben. Ein bis zwei dickflüssigere Schichten versiegeln die Rückwand. Der Zeitraum, bis die abschließende Schicht ausgehärtet ist, kann genutzt werden um die Rückwand zusätzlich mit Sand zu bewerfen. Dieses leichte „Sandstrahlen“ erreicht, dass eine stumpfere und raue Oberfläche entsteht. Zum Nachbau eines Wüstenterrariums für Bartagamen könnt ihr auf die spezielle Versiegelung gegen Feuchtigkeit verzichten. Es reicht völlig aus, mehrere Schichten Fliesenkleber aufzubringen. Faustregel: Kleine Reptilien haben kurze Krallen, deshalb reichen in der Regel drei bis vier Schichten aus. Größere Tiere haben längere Krallen, da solltest du schon acht bis zehn Schichten auftragen.
Ich selbst habe acht Schichten aufgebracht. Die von mir ausgesuchte Farbe habe ich mit den beiden letzen Schichten vermischt. Wenn du zu viele Schichten aufbringst, werden die vorher liebevoll eingearbeiteten Kanten und Kerben immer runder. Deshalb wähle das gute Mittelmaß, nicht mehr als notwendig. Zum Abschluss wurde der Boden und die Ränder bis auf die Höhe vom 30 cm mit Epoxidharz gewissenhaft gestrichen. Dieser Anstrich gibt die bestmögliche Versiegelung um das Terrarium unten wasserdicht zu bekommen.
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Hi ein Tipp von mir ich würde flexibler fliesenkleber verwenden da im Terrarium doch hohe Temperatur Schwankungen zb Tag und Nacht etc. zustande kommen. Und dafür ist der Kleber ja da.
[...] Bartagamen freuen sich natürlich wie Lumpie, dass sie nun endlich einziehen konnten. Ich kann den Terrarienbau auch jedem nur empfehlen, denn es macht einen riesen Spaß. Wir, also die Halter, das sind Bianka [...]
[...] Bereich Terrarienbau ist nun weitgehend abgeschlossen und bietet allen bastelwütigen (mich natürlich eingeschlossen) [...]
[...] Planung vornimmt, Ehrgeiz sowie etwas Geschick mit bringt, kann mit Leichtigkeit selbst den Terrarienbau umsetzen. Zugegeben, die Umsetzung des eigenen Terrariums muss nicht zwingend günstiger sein, [...]
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