Schaben für Bartagamen

Schaben sind ein sehr nahrhaftes Futter für Bartagamen und überzeugen mit einem geringeren Fettgehalt als vergleichbare Futtertiere. Der Eiweißgehalt ist etwas höher und die Tiere bringen eine größere Masse und somit auch einen höheren Nährstoffgehalt mit sich.

Bartagamen dürfen alle im Handel erhältlichen Schaben fressen. Die bekanntesten unter ihnen sind die Madagaskar-Fauchschaben, die Schokoschaben, die Totenkopfschaben und die Argentinischen Waldschaben.

Schaben kommunizieren über Pheromone miteinander und können bei Gefahr ein Wehrsekret ausatmen. Menge und Intensität variiert von Art zu Art und ist auch vom Alter einer Schabe abhängig. Es ist für Bartagamen nicht schädlich, kann aber dazu führen, dass sie anfangs nicht gemocht werden oder dass eine bestimmte Schabenart bevorzugt wird.

Argentinische Waldschaben

Argentinische Waldschaben sind zu Recht die beliebtesten Schaben. Die 4 bis 5 cm langen Insekten sind anspruchslos in der Haltung und werden von Bartagamen sehr gern gefressen. Bei Temperaturen zwischen 25°C und 30°C vermehren sie sich am besten. Ausbruchskünstler sind sie keine. Die Weibchen können nicht fliegen und die Männchen könnten es, tun es aber selten. An glatten Wänden können sie außerdem nicht hochlaufen. Selbst wenn einmal Schaben entwischen, werden sie in der Wohnung irgendwann sterben, ohne Nachwuchs zu hinterlassen.

Schokoschaben

Schokoschaben gehören zu den kleineren Schabenarten und werden maximal knapp 3 cm lang. Die Männchen sind leuchtend rot, die Weibchen eher dunkelrot bis dunkelbraun. Schokoschaben sind eher weichschalig, können gut von jungen Bartagamen überwältigt werden und werden häufig auch von Bartagamen genommen, die anderen hartschalige Schaben nicht mögen.

Ähnlich wie die Argentinischen Waldschaben können sie keine glatten Wände hochlaufen. Sie sind jedoch sehr geschickt und nutzen Verunreinigungen an Scheiben und sehr hoch ragendes Versteckmaterial für ihre Ausbruchsversuche. Auch bei ihnen ist es so, dass Weibchen nicht fliegen können und die Männchen es könnten, aber selten tun. Entwischt diese Schabenart, kann sie längere Zeit in der Wohnung überleben und sich dort in seltenen Fällen auch vermehren.

Madagaskar Fauchschaben

Madagaskar Fauchschaben können bis zu 7,5 cm groß werden. Sie laufen dank kleiner Haftorgane an ihren Füßen problemlos an senkrechten Flächen hinauf und sollten deshalb in einem gut abgesicherten Behälter gehalten werden. Die flinken Fauchschaben können zwar dank ihrer fauchenden Geräusche gut geortet werden, sind aber nur sehr schwer wieder einzufangen. Vermehren tun sie sich in der Wohnung aber nicht.

Beim Verfüttern ausgewachsener Männchen ist Vorsicht geboten, weil ihr Brustschild sehr hart ist. Dieses kann beim Fressen splittern und zu Verletzungen bei der Bartagame führen oder aber Probleme bei der Verdauung bereiten. Männchen werden deshalb besser im jüngeren Stadium an Bartagamen verfüttert.

Totenkopfschaben

Totenkopfschaben, manchmal auch Riesige Waldschaben genannt, werden bis zu 6 cm groß. Diese Schaben mögen es etwas feuchter und sollten deshalb auf Terrarienerde gehalten werden, die gelegentlich angefeuchtet wird. Aufgrund ihrer ursprünglichen Lebensweise sollte Obst ein fester Bestandteil des Nahrungsangebots sein.

Das Wehrsekret dieser Art ist intensiver, sodass es vorkommt, dass Bartagamen sie meiden. Entwischte Totenkopfschaben überleben nicht lange in der Wohnung und vermehren sich dort nicht.

Schaben als Futtertiere halten

Auch Futtertiere haben das Recht auf eine tiergerechte Haltung. Dazu gehört ein ausreichend großer und gut belüfteter Behälter. Geeignet sind Fauna-Boxen, die es in verschiedenen Größen gibt oder Plastikbehälter wie die Samla-Box von Ikea, die mit Luftlöchern und Netzdeckel versehen werden.

Als Bodengrund wird häufig Futtersubstrat verwendet, welches aber den Nachteil hat, dass es sich mit den Ausscheidungen vermischt. Besser noch ist eine Schicht Terrarienerde für (Regen-) Waldterrarien. Diese ist häufig auf Basis von Kokosfaser und fängt auch bei höherer Luftfeuchtigkeit nicht an, unangenehm zu riechen oder gar zu schimmeln. Einige Halter haben auch mit Laubsägespänen und Vogelsand gute Erfahrung gemacht.

Schaben sind überwiegend nachtaktiv und benötigen Versteckmöglichkeiten. Eierkartons, Toilettenpapierrollen, Rindenstücke von Laubbäumen (vorher im Backofen desinfiziert) und Korkstücke eignen sich hierfür sehr gut.

Die optimale Temperatur liegt zwischen 25°C und 29°C. Um das in normal geheizten Räumen zu verwirklichen, können die Behälter mit den Schaben auf das Terrarium oder auf eine Heizmatte gestellt werden. Temperaturen unter 20°C und deutlich über 30°C werden von den Schaben nur schlecht vertragen und können zum Tod führen.

Schaben sind Allesfresser und lassen sich mit Haferflocken, Weizenkleie, Grünfutter, Obst, Gemüse, Katzentrockenfutter und Fischfutter abwechslungsreich ernähren. Sehr wasserhaltiges Futter sollte in einer flachen Schale gegeben werden, weil Schaben beim Fressen größere Mengen Wasser zurücklassen und dieses in den Bodengrund sickern würde.

Ihren Wasserbedarf können Schaben gut allein über wasserhaltiges Futter decken, indem beispielsweise täglich ein frisches Stück Gurke angeboten wird. Auch Dochttränken oder nasse Schwämme eignen sich zur Wasserversorgung. In offenen Wassergefäßen ertrinken die Tiere leicht. Ausgewachsenen Schaben kann ein umgedrehter Deckel eines Marmeladenglases oder Ähnliches flach mit Wasser gefüllt werden.

Schaben sind im Einkauf teurer als andere Futtertiere wie Grillen oder Heimchen. Sie lassen sich aber sehr leicht selbst züchten.

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Schaben züchten

Die Zucht der einzelnen Schabenarten unterscheidet sich nur geringfügig. Stimmen die Haltungsbedingungen und sind die Temperaturen nicht zu niedrig, vermehren sich Schaben von ganz allein.

Wichtig ist es, auf eine gute Geschlechterzusammensetzung zu achten. Im besten Fall liegt das Verhältnis von Männchen zu Weibchen bei mindestens 1:5. Besser sind aber noch deutlich mehr Weibchen und weniger Männchen. Schaben haben ein

Nach der Paarung dauert es etwa drei bis vier Wochen bis das Weibchen ein längliches Eipaket (Oothek) bildet, das auf den ersten Blick ein wenig einem Wurm ähnelt. Argentinische Waldschaben verwahren dieses Eipaket im Körper, andere Schaben legen es in Ritzen ab. Aus diesen Ootheken schlüpfen nach wenigen Wochen die Jungen.

Wer sich eine langfristig gut funktionierende Zucht aufbauen möchte, füttert überwiegend Männchen und sehr alte Weibchen, damit noch genug Weibchen für weiteren Nachwuchs sorgen können. Alte Tiere zeigen eine verringerte Aktivität, werden blasser und oft fehlen ihnen auch schon Gliedmaßen.

Wenn sich die Schaben zu stark vermehren, werden mehr Weibchen verfüttert. Auch eine leichte Reduzierung der Temperatur kann die Vermehrungsrate bremsen. Reptilienauffangstationen, Wildtierhilfen und andere Reptilienhalter sind aber meist dankbare Abnehmer für überschüssigen Nachwuchs.

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