Wer nimmt meine Bartagame auf?

Wer nimmt meine Bartagame auf

Veränderungen der Lebenssituation können dazu führen, dass sich Menschen von ihrer Bartagame trennen müssen. Doch so leicht die Anschaffung dieser Tiere ist, umso schwerer ist es, neue verantwortungsvolle Halter zu finden.

Privatpersonen

Wer ein neues Zuhause für seine Bartagame sucht, fragt am besten zunächst im eigenen Bekanntenkreis herum. Diese Menschen kennt man und kann beurteilen, ob sie dazu in der Lage sind, sich langfristig um eine Bartagame zu kümmern. Ist hier niemand zu finden, können Inserate in Zeitungen, Online-Kleinanzeigenmärkten, Aufrufe in Facebookgruppen oder Aushänge an Pinnwänden in Supermärkten helfen.

Niemals sollte man seine Bartagame einfach jemand Fremdes mitgeben. Ein Kennenlerngespräch gibt Aufschluss darüber, ob der Interessent überhaupt über das erforderliche Wissen verfügt. Viele Menschen kaufen sich ein Tier und informieren sich erst danach genauer über die Haltungsbedingungen. Das kann gerade für Bartagamen fatale Folgen haben.

Grundsätzlich sollten Tiere nicht verschenkt werden. „Wenn etwas Geld kostet, ist es mehr wert“, heißt es. Und in der Tat schreckt eine Schutzgebühr zumindest einen Teil derjenigen Menschen ab, die unüberlegt Tiere aufnehmen, weil sie zu verschenken sind.

Reptiliengruppen

In Reptiliengruppen organisieren sich an der Terraristik interessierte Menschen. Es werden Erfahrungen ausgetauscht, Treffen veranstaltet und oft wird auch Aufklärung über die anspruchsvolle Haltung von Reptilien betrieben. Manche dieser Gruppen nehmen auch im kleinen Rahmen Tiere in Not auf. Zumindest Bartagamen-Weibchen werden innerhalb der Reptilienfreunde leicht vermittelt.

Tierheime

Auch einige Tierheime nehmen Bartagamen auf. Hier sollte bedacht werden, dass gerade kleine Heime oft nur selten Reptilien in ihrer Obhut haben, während große Tierheime manchmal sogar große Reptilienbereiche und entsprechend ausgebildete Tierpfleger haben. Nicht alle Tierheime haben ausreichend räumliche Kapazitäten und Erfahrung in der Pflege von Bartagamen. Wer sein Tier im Tierheim abgeben möchte, zahlt in der Regel eine Abgabegebühr. Diese Abgabegebühr wie auch die spätere Vermittlungsgebühr helfen den sonst auf Spenden angewiesenen Vereinen, einen Teil der entstehenden Kosten zu decken.

Reptilienauffangstationen

Es gibt Reptilienauffangstationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in Not geratene Terrarientiere, wie Bartagamen, aufzunehmen. Meist sind es Vereine, die diese Stationen finanziell tragen. Da gemeinnützige Vereine sich überwiegend über Spenden finanzieren und einige Reptilien sehr anspruchsvoll in ihrer Haltung sind, ist die Aufnahmekapazität einer solchen Station beschränkt. Der Vorteil ist ganz klar der, dass dort sehr fachkundige Menschen arbeiten. Dennoch muss unter Umständen mit einer längeren Wartezeit bis zur möglichen Aufnahme gerechnet werden. Die meisten Stationen bitten den Halter  zumindest um eine Spende, wenn sie sein Tier aufnehmen oder verlangen eine kleine Abgabegebühr.

Bekannte Reptilienauffangstationen für Bartagamen sind u.a. die Auffangstation für Reptilien München e.V., die Auffangstation für Reptilien und Gefahrtiere e.V. in Niedersachsen und die Reptilienauffangstation für Nordrhein Westfalen, Hessen und Thüringen / RAS-Zoo gemeinnützige GmbH.

Bartagamen: Biologie, Pflege, Zucht, Erkrankungen, Zuchtformen
  • Gunther Köhler, Karsten Grießhammer, Norbert Schuster
  • Herausgeber: HERPETON

Vermittlungsproblem Bartagamenmännchen

Noch vor einigen Jahren hieß es, dass der Wert einer Bartagame mit ihrem Alter steigt. Doch so faszinierend Bartagamen auch sind, ihre besten Zeiten haben sie hinter sich. Der Markt ist übersättigt. Heute sind sie zu Ladenhütern geworden. Nicht zuletzt, weil ihre Vermehrung auch Anfängern gelingt. Inzwischen gibt es einige Züchter, die nur noch auf Anfrage Eier inkubieren. Andere geben Überschüsse an Zoofachhändler weiter. Und wer selbst einmal Eier inkubiert hat, wird gemerkt haben, dass schon die Vermittlung von Bartagamenbabys gar nicht so einfach ist.

Noch schwerer ist es, jemanden zu finden, der eine ausgewachsene Bartagamen aufnimmt. Farbbartagamen finden noch ihre Liebhaber – auch Männchen. Weibchen lassen sich notfalls noch in Gruppen integrieren.

Wildfarbene Bartagamen, welche häufig als Nominat bezeichnet werden, sind jedoch am häufigsten. Sind sie noch dazu männlichen Geschlechts, wartet manch ein Halter vergeblich darauf, dass man ihm das Tier gegen eine angemessene Gebühr aus den Händen reißt. Dennoch sollte das Tier an Fremde nur gegen eine Schutzgebühr abgegeben werden, denn diese mindert nicht nur die Gefahr einer unüberlegten Anschaffung, sondern auch die, als Futtertier für größere Reptilien zu enden.

Am einfachsten gelingt die Vermittlung an Anfänger in der Reptilienhaltung und wenn die Bartagame mitsamt artgerechtem Terrarium und Zubehör abgegeben wird. In einem intensiven Gespräch können interessierte Anfänger mit den grundlegenden Fakten rund um die Bartagamenhaltung vertraut gemacht werden. Mit einer guten Buchempfehlung nach Hause geschickt, können sie sich die bevorstehende Entscheidung noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

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