Außengehege für Bartagamen

Warum ein Außengehege für Bartagamen?

Nichts ist für die sonnliebenden Bartagamen besser und gesünder als die richtige Sonne. Zwar gibt es heute schon qualitativ hochwertige Lampen, die die natürliche Sonnenstrahlung bestmöglich nachbilden. Trotzdem gehen wir bei der Haltung im Terrarium mit dem Einsatz von künstlichen Lichtquellen einen Kompromiss ein, denn unsere Breitengrade machen es nicht möglich, Bartagamen dauerhaft draußen zu halten.

Was dauerhaft nicht möglich ist, geht jedoch zeitlich beschränkt und im geschützten Rahmen. Die meisten Bartagamen genießen es sehr, zeitweise das direkte Sonnenlicht zu genießen. Dies ist nur außerhalb unserer Wohnräume möglich, denn unsere Fensterscheiben filtern das UV-Licht.

Niemals sollten Bartagamen ungesichert frei im Garten herumlaufen. Auch wenn sie sich behäbig geben, können sie blitzschnell und von einem auf den anderen Augenblick davon laufen. Wir Menschen wären niemals schnell genug und verschwundene Bartagamen kaum wieder aufzufinden.

Außengehege kaufen

Wer seinen Tieren ein Außengehege kaufen möchte, findet eine größere Auswahl im Bereich Kleintierbedarf. Es sind Kaninchengehege, die sich als Bartagamengehege besonders gut eignen. Sie sind leicht zu handhaben, weil sie als Umsetzgehege angeboten werden. Manche von ihnen sind sogar klappbar, sodass sie außerhalb des Sommers zusammengeklappt im Trockenen gelagert werden können.

Außengehege selber bauen

Der Bau eines Außengeheges für Bartagamen ist nicht schwer. Dennoch sollte es gut geplant sein. Je größer, umso besser. Wohnräume sind begrenzt und der Lebensraum Terrarium fällt meist eher klein aus. Wer den Platz im Garten hat, darf den Tieren zuliebe großzügig bauen.

Niedrige, nicht begehbare Gehege sollten größere Türen haben, die das Einfangen der Tiere stressfrei möglich machen. Der Bau eines begehbaren Geheges ist aufwendiger, dafür ist das Bringen und Entnehmen der Tiere sowie die Pflege des Geheges einfacher.

Das Grundgerüst kann aus Kanthölzern oder stabilen Dachlatten und Winkeln gebaut werden. Benötigt werden jeweils vier gleiche Hölzer für die Länge, die Breite und senkrecht für die Höhe. Für die Türen werden zusätzliche Latten sowie Scharniere und Riegel benötigt. Zur Inspiration und Planungshilfe finden sich im Internet zahlreiche Kaninchengehege und Bauanleitungen.

Das Holz wird vor dem Verschrauben lackiert oder lasiert, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen. Metallteile – auch die verwendeten Schrauben – sollten grundsätzlich verzinkt sein, damit sie nicht rosten.

An das fertige Grundgestell kann anschließend Volieren- oder Kaninchendraht getackert werden. Der Draht sollte feuerverzinkt und punktverschweißt sein, damit er lange hält. Je stärker der Draht und je geringer die Maschenweite, umso sicherer wird das Bartagamengehege.

Bodensicherung

Steht das Gehege an einem geschützten Platz und sind die Tiere nur tagsüber draußen, kann auf eine Bodensicherung verzichtet werden. Allerdings sollte die untere Kante des Auslaufs bündig mit dem Boden abschließen.

Um ein Ausgraben zu verhindern und grabende Eindringlinge von außen abzuhalten, haben sich Platten (z.B. Gehwegplatten) bewährt, die senkrecht mindestens 30 cm tief in den Boden eingesetzt werden. Eine weitere und noch sicherere Möglichkeit ist ein Bodenaushub mit anschließendem Einsatz von Platten, Beton oder verzinktem und durchbeißsicherem Draht, auf dem der Boden wieder aufgeschüttet wird.

Absicherung nach oben

Ein Bartagamengehege sollte niemals nach oben hin offen sein. Greifvögel und Raubtiere hätten so die Möglichkeit, ohne Probleme in das Gehege zu gelangen und könnten der Bartagame gefährlich werden.

Außerdem kann es passieren, dass Bartagamen an der Außenwand ihres Geheges hochklettern und auf diese Weise entkommen. Ist eine Bartagame erst einmal weg, ist sie meist nur schwer oder gar nicht wieder auffindbar. Letzteres wäre ihr Todesurteil, denn in unseren Breiten können diese Reptilien nicht lange in der Natur überleben.

Netze wie sie gern über Kleintierausläufe gespannt werden, bieten keinen sicheren Schutz. Sie eignen sich lediglich für sehr hohe Gehege und wenn sie so gut befestigt sind, dass im Übergang zwischen Netz und Gehege keine Lücken zum Entkommen mehr vorhanden sind. Dennoch besteht immer die Gefahr, dass Raubtiere von außen das Netz zerreißen.

Besser ist es, sich gleich für ein massiveres Außengehege zu entscheiden, welches rundum mit sicherem Draht versehen ist. Wird ein Netz verwendet, sollte dieses so befestigt werden, dass zwischen ihm und Gehegewand keine Lücken entstehen. Außerdem muss das Freigehege der Bartagame an einem sicheren Ort stehen, sollte nicht völlig ohne Aufsicht und nur tagsüber bewohnt sein.

Der richtige Standort

Der perfekte Standort für ein Außengehege für Bartagamen ist sonnig und liegt im gesamten Tagesverlauf nie komplett im Schatten. Für kleine Schattenplätze kann als Halter selbst gesorgt werden, indem ausreichend große Einrichtungsgegenstände wie große Wurzeln, Korktunnel, hohe Pflanzen und Ähnliches eingesetzt werden.

Der Platz sollte vor Außenreizen geschützt sein. Ein ruhiger Garten hinter dem Haus ist besser geeignet als ein Platz im ungesicherten Vorgarten, an dem Fußgänger und Straßenverkehr für unnötigen Stress und Schreckmomente sorgen. Nicht verkehrt ist es, wenn das Gehege vom Haus aus sichtbar ist.

In manchen Gartenbereichen pfeift der Wind unnatürlich scharf um Gebäudeecken. Diese Plätze eignen sich nicht als Standort. Auch auf manchen Balkonen können zugluftähnliche Windströmungen entstehen. In der Regel herrschen draußen aber natürliche Luftbewegungen, die für Bartagamen überhaupt kein Problem darstellen.

Bartagamengehege einrichten

Das Gehege für eine Bartagame muss Schattenplätze sowie Versteckmöglichkeiten bieten. Das können beispielsweise Korkröhren oder ausgehöhlte Baumstämme sein.

Wie in einem Terrarium werden auch draußen erhöhte Plätze aufgesucht. Stabile Kletteräste sind die einfachste Möglichkeit, den Tieren diese anzubieten. Nicht zwingend notwendig, aber durchaus machbar sind auch hier Landschaften aus Styropor und Fliesenkleber, wie sie für Terrarienrückwände verwendet werden.

Während in Terrarien meist nur Platz für eine kleine Badeschale ist, kann in einem Außengehege für Bartagamen  eine großzügigere Badestelle angeboten werden. Hat diese auch tiefere Bereiche, können Halter oft beobachten, dass ihre Agamen richtige Freude beim Plantschen haben.

Wann dürfen Bartagamen in ihr Außengehege?

In unseren Breiten ist es leider kaum möglich, die Tiere den ganzen Sommer über in einem Freigehege zu halten. Dazu ist das Wetter zu unbeständig. Als Richtwert empfehlen wir 25°C als Mindesttagestemperatur im Schatten. In den warmen Sommermonaten ist diese Temperatur meistens gegen Mittag erreicht. Ab 18 Uhr fällt sie wieder und die Tiere sollten wieder reingeholt werden.

Bartagamen müssen sich nicht wie andere Tiere zunächst an die Außentemperaturen gewöhnen, sodass wirklich jeder heiße Tag des Jahres ausgenutzt werden kann.

Fallen die Temperaturen nachts nicht deutlich unter 20°C, können Bartagamen auch die Nacht draußen verbringen. Dazu muss das Gehege gut gegen Eindringlinge gesichert sein und im besten Fall teilweise überdacht bzw. mit einer Schutzhütte ausgestattet sein.

Grundsätzlich profitieren alle Bartagamen von dem Aufenthalt im Freien, auch wenn sie sich nicht gern vom Menschen anfassen lassen. Regt sich ein Tier nach dem Handling  jedoch so sehr auf, dass es auch nach einigen Tagen der Eingewöhnung im Gehege Stunden braucht, um sich wieder zu beruhigen, sollte darüber nachgedacht werden, ob man diesem damit einen Gefallen tut.

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